Und so beginne die Fastenzeit: Ciao Kaffee!

Wenn es eine unzertrennbare Einheit in meinem Leben gibt, dann ist das der Kaffee am Morgen. Wann diese Leidenschaft anfing, kann ich nicht mehr genau sagen. Ich weiß allerdings, dass ich schon als Kind den in Milch und Zucker getränkten Kaffee meiner Mutter probieren wollte. Leider ohne Erfolg! Ihr unschlagbares Argument: „Von Kaffee bekommt man rote Haare!“ Immerhin: Sie hatte permanent rote Haare. Dass sie ihre Haare einfach nur rot färbte, muss an mir vorbeigegangen sein. Ich war wirklich schwer beeindruckt, was so ein einfacher Kaffee alles bewirken konnte. Und rote Haare wollte ich damals nun wirklich nicht. Irgendwann muss ich dann erkannt haben, dass meine Mutter geflunkert hatte und seitdem war es um mich und die schwarze Köstlichkeit geschehen.

 

 

Ich zähle zur „Kaffee schwarz wie die Nacht“-Fraktion. Cappuchino, Latte oder irgendein süßes Gedöns? Nein, Danke! Brauch ich nicht. Will ich nicht. Ich trinke Kaffee pur – und mit Genuss und immer aus schönen Bechern. Aus einer anfänglichen Routine am Morgen („Sprich mich niemals an, bevor ich nicht einen ersten Kaffee intus habe!“) wurden langsam aber sicher vier bis fünf Tassen am Tag, manchmal auch sechs. Und das egal, ob nun am Morgen, Mittag oder frühen Abend. Kaffee ist wie Wasser, geht immer. Klar, er ist auch überall da: Im Home Office, beim Friseur, einen schnellen To-Go in der Stadt oder als kurzen Zwischenstopp bei der Freundin. Was gibt es Besseres?

Dabei ahne ich längst, was der Kaffee mit mir anstellt, auch wenn ich mich damit nicht zu sehr auseinandersetzen will. Koffein sorgt im Körper für einen kurzen Energieschub und täuscht Aktivität vor. Aber die ist leider nur von kurzer Dauer und man braucht Nachschub. Nach und nach gewöhnt sich der Körper daran und man braucht immer mehr davon. Und schnell ist eine gewisse Art von Abhängigkeit dar. Wenn dann die Tagesdosis ausbleibt, reagiert der Körper mit heftigem Kopfweh und Müdigkeit. Und gerade das muss man sich doch echt nicht geben, oder? Dachte ich, zumindest bis gestern.

Nach der Karnevalszeit ist Fastenzeit

Gestern kamen der Sohnemann und ich auf das Thema Fastenzeit zu sprechen. Das langsame Ende des Karnevals bringt das ja irgendwie mit sich. „Ich verzichte auf Süßigkeiten“, sagte der Sohnemann stolz wie jedes Jahr. „In Ordnung, ich schließe mich an“, war meine spontane Reaktion. Das aber war dem mittlerweile fast 13-jährigen Sohn dann doch zu wenig und er reagierte fast beleidigt. „Du könntest Dich ja wohl mal etwas mehr anstrengen. Das ist doch gar nicht Fasten für Dich. Du isst ja eh nie süßen Kram!“ Ahhh, da war ich wohl durchschaut. Zerknirscht wollte ich das Thema wechseln und mal schnell die Spülmaschine ausräumen. Aber mein Sohn stachelte weiter: „Trink doch einfach mal keinen Kaffee!“  Wer mich in dem Moment gesehen hätte, muss wohl herzlich gelacht haben. Ich so ganz ohne Kaffee? Geht gar nicht. Schweiß brach mir aus, alleine beim Gedanken daran. Und ich antwortete nicht. Aber dann ließ ich mir durch den Kopf gehen, was Fasten eigentlich bedeutet und wie abhängig ich scheinbar doch von so einer alltäglichen Sache bin.

Ich habe wirklich mit mir gerungen, zwei ganze Tage. Ich hatte das Gefühl, im Boxring zu stehen, ich und mein Alter Ego. Und mich dann entschlossen, den Versuch zu wagen. Wahnsinn? Jou! Mein Vorteil: Eine fiese Magen-Darm-Grippe hatte mich am Wochenende eh in die Knie gezwungen und ich musste notwendigerweise auf Kaffee verzichten. Die Nebenwirkungen merkte ich natürlich sofort. Auf der anderen Seite: Ein Anfang wäre gemacht. Also, warum nicht.

Heute habe ich nochmal eine Tasse Kaffee am Morgen getrunken, die erste Tasse seit dem Abklingen des Virus. Ich denke, das soll es gewesen sein und ich lasse den Kaffee weg. Ob mir die 40 Tage bis Ostern gelingen, ist mehr als fragwürdig. Und ich bin heute fest davon überzeugt, dass mich Kaffee immer mein Leben begleiten wird. Allerdings wäre jeder Tag ohne den schwarzen Genuss ein Schritt nach vorne, um zu sehen, was der Entzug mit meinem Körper macht. Nicht heute oder morgen, sondern wenn Müdigkeit und Kopfweh verschwinden. Ein bisschen gespannt bin ich schon. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Fastest Du und wenn ja, wie?

Jetzt bin ich natürlich gespannt, wer sich denn ab morgen noch vorgenommen hat, zu fasten. Schreibt mir doch einen Kommentar. Ich bin gespannt, was da für Antworten kommen.

In diesem Sinne: Für alle einen Tag ohne Kopfschmerzen. Bleibt gesund!

Simone

 

12 thoughts on “Und so beginne die Fastenzeit: Ciao Kaffee!

  1. Oh, die ganze Zeit habe ich überlegt ob und was ich faste. Danke für deinen Artikel – ich schließe mich dir an und faste Kaffee 🙂 Liebe Grüße, Jenny

    1. Oh, das ist ja cool!! Dann sind wir ja schon zwei. Schreib mal zwischendurch, wie es Dir geht. Ich habe schon ein bisschen Respekt davor 🙂 Liebe Grüße, Simone

  2. Hallo
    Ich bin Kaffeejunkie – minimum 3 am Tag – oft auch mal 5 oder 6. Könnte ich nicht verzichten. Ich bin bald 3 Wochen im Urlaub.

    Gerade am Aschermittwoch, essen wir kein Fleisch sondern Fisch – ansosnten geht die Fastenzeit bei uns sang und klanglos vorüber.

    Grüße Sandra

  3. Hallo,

    ich mag deine Artikel, finde sie offen und mitten aus dem Leben und fühle mich beim Lesen gerade so, als würde ich mit dir eine Tasse Kaffee genießen. Und darauf will Frau nun verzichten? Respekt!
    Ich verzichte in diesem Jahr zum zweiten Mal auf diese köstliche Alltagsdroge. Am Anfang sind fiese Kopfschmerzen und ein unbändiges Gefühl ständiger Müdigkeit der Preis auf den Verzicht. Doch der „Kampf gegen die Gewohnheit“ lohnt sich, denn eine innere Ruhe kehrt ein. Ich persönlich verbinde es mit dem Basenfasten, dann fühle ich zudem einen Energieschub, der nicht nur hilft, dass ein paar Pfunde purzeln, sondern auch die Aufgaben des Alltags leichter bewältigt werden.
    Ich wünsche allen, die in irgendeiner Form fasten, viel Erfolg und jede menge Glückshormone!
    Und zu guter Letzt: Der erste Kaffee nach dem Fasten ist ein absoluter Hochgenuss!

    Liebe Grüße, Anke

    1. Liebe Anke, ich bin gespannt, was mich erwartet. Heute bis jetzt eben nur die eine Tasse Kaffee und dafür eben Tee. Geht auch und komischerweise vermisse ich es gerade nicht 🙂

      Lieben Gruß, Simone

  4. Haha Dein Sohn hat Köpfchen 😀 Typisch Kinder würde ich sagen. Ich kann Dich gut verstehen. Kaffee ist wirklich so eine Art Lebensgefühl, wenn man das jeden Tag gerne trinkt. Bei mir ist es Cappucino.
    Ich habe mir auch vorgenommen den Konsum etwas einzsuchränken und mir nur noch am Wochenende ein Tässchen zu genehmigen 🙂

    Alles Liebe und viel Erfolg,
    Birte
    http://show-me-your-closet.de/

  5. Oh-ha! Ich selbst habe meinen Kaffee Konsum schon vor Jahren stark reduziert nachdem ich die Erfahrung machte, welche Auswirkungen das auf den Körper hat, wenn er mal keinen Koffein bekommt. Aber, auch bei mir gibt esimmer wieder Zeiten, in denen ich regelmässig Kaffee trinke und ein Abschied davon ist dann jedesmal schwierig!

    Ich wünsche dir gutes Durchhaltevermögen!

    Für mich persönlich stelle ich mich dieses Jahr der #CleanEatingFastenzeit -Challenge! In erster Linie kein Industriezucker, und dementsprechend auch keine Convenient Gerichte/ Süßigkeiten.. Das wird hart, aber sicherlich sehr gut für meinen Körper! 😉

    Viele Grüße, Janina

    1. Hey Janina, ich weiß heute Morgen, was Du meinst. Mein ganzer Körper rebelliert und schreit nach Koffein. Irrsinnig so etwas. Was die Convenient Gerichte angeht: Das ist auch richtig schwer. Man meint zwar immer: „Och, ich esse nur hier und da davon und meistens frisch… Denkste… Schreib doch zwischendurch mal, wie es dir damit geht! Liebe Grüße, Simone

  6. GUter Beitrag, danke dafür! Ich habe meistens Süßigkeiten oder dann später komplett Zucker gefastet. Jetzt habe ich so viele Lebensmittelunversträglichkeiten, dass Fasten irgendwie sinnlos ist – denn Kaffee trinke ich auch nur ganz selten… Ich bin gespannt, was du berichtest und wie es dir mit deiner Entscheidung gehen wird 🙂

    xx Tori
    http://simpletwentysomething.com

    1. Hallo Tori, ja, das stimmt. In Deinem Fall bist du dann sowieso arg eingeschränkt. Süßigkeiten und Industriezucker finde ich gar nicht so schlimm. Aber heute Morgen leide ich schon arg: Kopfweh, schlechte Laune und müde…. Aber das zeigt ja eigentlich nur, wie sehr wir schon von manchen Dingen abhängig sind 🙁 Liebe Grüße, Simone

  7. Liebe Simone, ich wünsche dir viel Erfolg! Hier schon mal was für nach der Fastenzeit:

    https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzeit/zdfzeit-wie-gut-ist-unser-kaffee-102.html

    (Es soll dich aber nicht von deinem Vorhaben abbringen.). Im Café Lange gibt es übrigens auch Tee, Heiße Zitrone oder Grog.
    Für alle, die doch Süßigkeiten fasten: Schon mal echte Kakaobohnen probiert?? Habe ich zu Weihnachten geschenkt bekommen. Zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile schmecken sie mir besser als Schokolade. Lieber Gruß Jule.

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