Rezension / Sabine Lemire: 365 leckere Küchentage

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Mal wieder nichts zum Essen im Haus? Und die Kinder kommen schon bald wieder aus der Schule und wollen bekocht werden? Dann habe ich vielleicht ein tolles Buch für Euch gefunden. „365 leckere Küchentage“ nimmt uns mit auf eine wilde Reise durch Gerichte für und mit Kindern.

Klappentext

Jeder kann kreativ sein. Schon die Kleinsten zaubern große Leckereien: Holunderblüten-Pfannkuchen, grüner Nudelsalat, spritzige Zitronenlimonade oder selbstgemachte Nuss-Nougat-Creme. 365 alltagserprobte Ideen verwandeln Kochen in gemeinsame Familienzeit. Die inspirierenden Fotos und Deko-Ideen machen sogar kleinen Suppenkaspern Lust auf Kochen und Essen.

Verlag: Arena Verlag GmbH
Veröffentlichung: 1. Auflage 2015 – übersetzt aus dem Dänischen
Preis: 14,99
Seiten: 365
Format: gebundene Ausgabe


Das meine ich zum Buch!

„Mama, gibt es schon wieder Nudeln?“ – welche Mama oder welcher Papa kennt das nicht. 365 Tage im Jahr wollen unsere Babys, Kleinkinder und Teenager bekocht werden. Dabei ist das Essverhalten nicht nur in den einzelnen Lebensabschnitten unterschiedlich. Gefühlt kann man es den Kindern nie recht machen. Der Eine mag keinen Reis, der Andere keine Erbsen. Der Eine will auf einmal vegetarisch essen. Der Andere reagiert plötzlich auf Süßes mit einer Fruktose-Allergie. Und was wir Erwachsenen mögen, essen unsere Kinder noch lange nicht. Das ist manchmal zum Verzweifeln. Und so haben wir Eltern immer eine kleine Auswahl an Gerichten im Kopf, die unsere Kinder mögen. Aber sein wir mal ehrlich: Irgendwann wird es langweilig, oder? Dann stehen wir im Supermarkt und haben keinen Plan, was wir mittags oder abends kochen wollen.

Das Kochbuch der Dänin Sabine Lemire schafft Abhilfe. Ihr Kochbuch ist so kunterbunt, wie unser Leben mit Kindern: Bunt, abwechslungsreich, manchmal chaotisch, manchmal ganz einfach. Mit 365 Ideen führt sie uns dabei durch das Jahr. In dem handlichen quadratischen Buch finden sich dabei jeweils 2 Rezepte auf einer Doppelseite – konsequent mit Fotos gestaltet, was mir sehr gut gefällt. Denn schließlich isst das Auge ja mit. Wer aber auf der Suche nach stylischen Foodfotografien ist, wird hier eher nicht fündig. Denn die Bilder sind so simpel und kreativ geschossen, als wären sie ebenfalls von Kinderhänden gemacht.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Rezepte kommen mit sehr wenigen Zutaten aus, und die Zubereitung mit noch weniger Text. Denn oft sind die Ideen so simpel, dass sich die Zubereitung aus den Bildern ergibt. Wir Eltern wissen, wie sehr uns das entgegenkommt. Denn oft genug müssen wir eine Mahlzeit zubereiten, dabei die Kleinen im Auge behalten und noch dazu parallel uns um andere To-Do’s im Haushalt kümmern. Und auch, wenn die Kleinen mitmachen möchten: Die sehr kurzen Texte sind eine schöne Leseaufgabe für Schulanfänger.

Sabine Lemire setzt nicht nur auf Zutaten, die für die Kinder automatisch bekannt sind. Denn ihr geht es auch darum, dass die jüngeren Familienmitglieder mit Lebensmitteln vertraut gemacht werden. So setzt sie zum Beispiel Artischocken, Datteln oder Avocado ein – dann aber auf eine kreative Weise, die Kindern Lust macht, sich daran zu probieren.

Wer ein Familienkochbuch erwartet, dass uns Eltern für jeden Tag eine warme Mahlzeit anbietet, wird hier allerdings nicht fündig. Denn das Kochbuch ist ein wilder Mix aus Frühstücksideen, warmen Speisen, Kuchen, Keksen und Desserts und hin und wieder einer DIY-Idee, die im nur am Rande mit Lebensmitteln zu tun hat. Dieses Buch ist zum Stöbern großartig geeignet. Und wenn man sich darauf einlässt, wird vielleicht auch der kreative Geist in uns oder unseren Kindern wieder wach und wir trauen uns gemeinsam an ganz neue und selbst erfundene Rezepte heran.


Mein Fazit

Das Buch „365 leckere Küchentage“ hat mich wirklich erstaunt. Ich war zunächst wirklich skeptisch. Denn wer Rezeptideen für 365 Tage mit Kindern anbietet, muss schon echt Mut haben, meinte ich. Den hat Sabine Lemire mit diesem Buch auf jeden Fall bewiesen. Die knapp 15 Euro sind gut investiertes Geld. Denn das Buch ist nicht nur kreativ, sondern setzt in aller Regel auch einfache Lebensmittel ein, die sich gut und meistens recht günstig auf Wochenmärkten oder dem Einkaufsladen in der Stadt einkaufen lassen.

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