Raus aus der Komfortzone – rein ins Abenteuer

Ich gebe zu: Ich LIEBE meine Komfortzone, auch wenn ich weiß, dass sie nicht gut für mich ist und mich in keinstem Fall weiterbringt. Deswegen gebe ich ihr auch manchmal einen kleinen Schubs und tue Sachen, mit denen sie so garnichts anfangen kann. Allerdings: die Schübe dosiere und vor allem definiere ich selbst. Fremdeinwirkung ist kaum möglich.

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Das ist in diesem Urlaub anders. Und leider heißt der quälende Treiber in diesem Jahr nicht mein Mann, sondern mein normalerweise perfekt organisiertes aber offensichtlich LEICHT überanstrengtes Gehirn ….

BUT WHAT HAPPENED?

Zur Geschichte: nach unserem Trip Richtung Mont Blanc sitzen wir gemütlich mit einem Gläschen Wein auf dem Balkon in Les Carroz. Daniel ist von seiner Magen-Darm-Geschichte gesundet, unser aufgeregter Ben hat sich in der Gegend endlich klimatisiert und alles ist schön. Ach, denke ich mir, schalte doch mal deine mobilen Daten ein und kaufe einen Tagespass für dein Smartphone – WLAN ist hier nicht. Mal schauen, was so in der Welt passiert. Gesagt. Getan. Dann ein kurzer Check der E-Mails ….. Und dann springt mir eine Nachricht direkt aus der Provence in die Augen: „Liebe Frau Orlik, wir hatten sie am Samstag hier im Ferienhaus erwartet, hatten Sie einen Unfall? Wir machen uns Sorgen!“ ……………………..

Mir tritt der Schweiß aus jeder Pore und ich denke nur „Au weh, unsere Urlaubsplanung“ – ich muss ausgesehen haben, als ob jemand verstorben wäre. Jedenfalls schaut mein Mann mich sehr besorgt an….

Was war passiert? Ehrlich gesagt: wir wissen es bis heute nicht. Wir hatten völlig korrekte Reservierungsbestätigungen – alleine die Tatsache, dass das Ferienhaus in den Alpen einem Freund gehört, der sich nur ein kleines bisschen gewundert hatte, dass wir schon so früh kamen, machte den Fehler überhaupt möglich.

OK, 21:31 Uhr am Dienstag Abend – das Ferienhaus haben wir in der Provence bis Samstag ….. Alles absagen, etwas neues suchen? Ich bin wie gelähmt und weiß nicht so echt, was zu tun ist. Unser Sohn bricht ob der Tatsache, dass er das Ferienhaus mit Pool verpasst, in Tränen aus.

Aber mein Mann reagiert völlig gelassen, tätigt einen Anruf an unseren Freund, steht dann auf und verkündet: „Einpacken! Alles. Wir fahren morgen früh um 7 und liegen um 12 in Südfrankreich am Pool.“ Meine Komfortzone schreit, als wenn ich sie geradewegs abmurksen würde. „Lohnt sich das denn?“ frage ich vorsichtig. Mein Mann daraufhin: „Würde dir jemand drei Tage in einem tollen Ferienhaus in Südfrankreich anbieten, würdest Du es nicht nehmen.“ (jaja, OK, ist ja gut…). „Und hätten wir den Fehler nicht gemacht, hätten wir unsere Freunde hier nicht treffen können.“ (Touche!)

Irgendwie kriege ich es hin, aufzustehen und einzupacken: die Koffer, die Rucksäcke, den Kühlschrank ausräumen….. Eigentlich würde ich gerne heulen (Geh weg, du fiese Komfortzone. Ich brauche jetzt einen schnellen Kopf!) Und dann sind wir tatsächlich nach einer Stunde fertig. Das Auto ist zu 90 Prozent gepackt und es kann morgen losgehen. Mein Mann: „Eigentlich könnten wir auch jetzt fahren…“ Errrr, NEIN! Also, man muss es ja nicht direkt übertreiben….

„Was, errrr, machen wir denn ab Samtag?“ versuche ich nochmal eine Frage. Aber da habe ich bereits verstanden, dass das Ganze doch irgendwie ein Abenteuer ist und man sich manchmal auf etwas Neues einlassen muss. Und während ich mir Sorgen um die Kinder mache, sind die beiden völlig entspannt und freuen sich, auf noch mehr Action!

Und tatsächlich: am nächsten Tag geht es früh morgens los und um 11: 45 Auge stehen wir in dem traumhaft schönen Ferienhaus, direkt umgeben von schönen Weinfeldern in Le Crestet. Unser Geld für die verlorenen Tage sehen wir natürlich nicht zurück, aber dafür sparen wir den Preis, irgendwann in den kommenden Jahren mal einen Motivationstrainer bezahlen zu müssen.

Was nach Samstag kommt: das weiß ich bereits heute, aber wird noch nicht verraten 🙂

Fazit: Verlasst mal eure Komfortzone, um die zu erweitern und dadurch selbstsicherer zu machen. Dabei reichen schon für kleinen Schritte: eine kalte Dusche am frühen Morgen, mal zu Fuß zum Einkaufen gehen, eine Bergstrecke joggen statt immer nur am Fluss entlang… Dann fallen einem auch die großen Sachen leichter 🙂

Was ist euer erster Schritt raus aus der Komfortzone?

Dein Kommentar? Gerne hier!