Mont Blanc: Wenn Du merkst, wie groß die Welt ist…

Es gibt Momente, an denen lässt man am besten Bilder sprechen – zum Beispiel am Dienstag, als wir uns auf den Weg zum Mont Blanc machen, mit 4.800 Metern der höchste Berg in Europa und immer im ewigen Eis – von vielen Bergsteigern unterschätzt – gerade erst ließen wieder 5 Bergsteiger ihr Leben dort.

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Das Wetter lässt zu wünschen übrig, aber wir haben das Gefühl, heute sei der richtige Tag, um natürlich mit der Seilbahn dem Mont Blanc etwas näher zu kommen. Nachdem die Preise in Chamonix mit 165 Euro für die Seilbahn und vier Personen zu Buche schlagen, entscheiden wir uns für den Geheimtipp nahe Les Carroz – wir fahren Richtung Flaine, einem großen und vor allem hässlichen Skiort (Wie kann man HIER nur Urlaub machen?), nur 15 Minuten von uns entfernt. Vermutlich wird ihr im Winter alles mit Schnee überdeckt und dann ist es egal. Wir wollen ja hoch hinaus.

Die Dame an der Station unten warnt uns: kalt, windig und keine Sicht. Die Wege rund um das Plateau dürfen heute NICHT verlassen werden! Sie dürfen NICHT ins Tal laufen, sondern nur fahren. Egal, wir verlassen uns auf unseren Bauch und los geht es. Auf dem Weg hoch auf die Grand Platieres. Rund 15 Minuten dauert die Fahrt mit der Seilbahn – es ist eine wilde Landschaft, mit tiefen Kratern, wenig Baumbestand und noch mehr Wolken und Wind (eigentlich so viel Wind, dass mir Angst und Bange in der kleinen Kabine wird.). Oben angekommen gibt es nichts außer Wolken und Kälte – und ein kleines Gefühl der Endtäuschung macht sich in mir breit. Die Bergwelt versteckt sich hinter dieser dunkelgrauen Wolkenfront…naja… Gehen wir in der Auberge erst einmal einen Kaffee trinken…. Aber sie ist geschlossen: F…..

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Wir klopfen und dann kommt die Wirtin doch noch und erklärt uns, dass sie früher geschlossen hat, weil keine Gäste heute kommen. Keine Sicht auf die Berge. Wir bekommen aber trotzdem unseren Kaffee und ein Eis für die Jungs.

10 Minuten, 20 Minuten, nichts passiert, immer noch versteckt sich der Mont Blanc hinter der Wolkenfront. Ich bin frustriert….
Ich gehe raus und laufe ein Stück Richtung Klippe – egal, genieße alleine dieses Stückchen Welt für mich. Ich liebe diese Einsamkeit – das Gefühl, hier zu stehen und zu wissen, wir groß die Welt und wie klein Du selbst bist, aber eben trotzdem ein Teil des ganzen Gefüges. Ein Teil, der seinen Platz in der Welt hat.

Ich will mich gerade umdrehen, als sich auf einmal die Wolken wegschieben – und dann ist er plötzlich da, in seiner ganzen Größe – der Mont Blanc. Viel näher, viel größer und viel intensiver als ich es je erwartet hätte. Es ist, als wenn er für mich nur für diesen wichtigen Moment aus dem Nichts aufgetaucht wäre, so, als ob diesen einzigartigen Moment zu retten und mit einen Guten Tag zu wünschen. Ich stehe da, erstarrt und fasziniert von der gewaltigen Momentaufnahme der Natur. Und plötzlich sind dir ganzen Sorgen des Alltags weg und vergessen. Sie bedeuten im Angesicht dieser Natur nichts.

Eine Minute offenbart er sich. Und dann ist alles vorbei. Ein winziger Moment in meinem Leben, der den Urlaub jetzt schon zu dem macht, was er ist: unvergesslich!

Danke dafür!

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