Les Carroz – Geheimtipp in den französischen Alpen

Das französische Bergdorf Les Carroz liegt rund 1200 Meter über dem Meeresspiegel – eigentlich aus meiner Sicht zunächst mal ein familiärer Skiort, schaut man sich die Fülle der Seilbahnen an, die einen aus dem Tal heraus auf die herumliegenden Berge bringen.

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Ehrlich? Uns hätte es hier niemals hin verschlagen, wo wir doch das Schweizer Gletscherdorf Grindelwald und seine Freizeitmöglichkeiten lieben. Aber wir haben durch Kollegen die Chance, hier in einem wunderschönen Chalet eine Woche zu verbringen – und dachten: auf jeden Fall ausprobieren. Nur 60 Minuten von Genf entfernt, befindet sich also Les Carroz, das nicht nur mit einer wunderschönen Umgebung nahe des Mont Blanc besticht und einem sympathischen Ort, der weniger touristisch wirkt als die vielen anderen Skiorte, die man weitläufig kennt. Das Chalet liegt in einer kleinen Anlage hoch über dem Dorf und man hat schon morgens beim ersten Kaffee viel Sonne – da ist gute Laune direkt mitgebucht 🙂

Die ersten zwei Tage stehen unter dem Zeichen Sonne und Temperaturen über 20 Grad – und die wollten genossen sein, denn auch hier drohen herbstliche Temperaturen…. Also gestern in ein tolles neues Freibad im Ort mit verschiedenen Becken, tollen Rutschen und Sonnenliegen. Alleine…. Die europäische Badeausstattung der Männer war hier nicht angesagt – die Kleiderordnung weist darauf schon am Eingang hin 🙂

Für unsere Männer (3 auf meiner Seite, 2 auf der Seite unseres Freundes) kein Problem: Für sie würde das sicher nicht gelten. Gesagt getan. Nur eine Stunde später freue ich mich über den Kauf neuer sexy Badehosen im Werte von 70 Euro…. Wenn das mal kein Businessmodell ist 😉
(PS: Die Männer wollten sich aus gegebenem Anlass NICHT fotografieren lassen)…. Also merke: DENKEN HILFT! )

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Der nächste Tag ist überschattet von meinem kranken Sohn und einer durchzechten Nacht der Eltern…. (Bitte KEINEN Virus im Urlaub….)

Mama und Papa teilen sich also den Tag am Krankenbett und auf der Sonnenliege. Phil übernimmt die Morgenschicht und für mich, Orlik Junior, meinen australischen Freund und seine Kinder geht es heute Morgen erst einmal auf einen der nahe gelegenen Berge – zuerst rauf mit der Seilbahn, die – im Vergleich zu Schweizer Seilbahnen – mit 7 Euro Hin- und Rückfahrt pro Person echt ein Schnapper ist. Thumbs up dafür!

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Oben angekommen lässt er sich endlich mal blicken: der Mont Blanc, so von ganz nah…. warte mal ab, wir kommen dir schon noch etwas näher 🙂 und dann geht es mit uns beiden Großen und den Kindern einmal durch relativ flaches Gelände rund um einen Bergsee, an einer typischen französischen Auberge vorbei – und siehe da: niemand meckert, dass er laufen muss – scheint die Gruppendynamik zu sein.

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Sicher, es sind nicht die ultimativ großen Berge wie das Matterhorn, der Eiger, die Jungfrau – aber manchmal braucht es das auch nicht. Und es braucht auch nicht immer die Herausforderung, sein körperlich maximales geben zu müssen. Dafür kann man einfach nett die Bergwelt genießen, mit Freunden endlich mal wieder ohne den Einsatz von Skype oder Whatsapp quatschen (wo gibt’s DAS denn noch) und es wunderbar finden, dass man sich als Freunde so nahe sein kann, wie man es lange nicht mehr geschafft hat – in dem Fall zwei Jahren. Alles in allem kann man sagen: ja, wir sind älter geworden, vielleicht ein bisschen reifer, aber genauso verrückt wie eh und je..

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Heute Abend gibt es dann stilecht Schweizer Käse-Fondue: weiß jemand, wie sich der Käse zusammensetzt? Ich war mich nicht sicher, aber wurde UMFASSEND im kleinen Markt um die Ecke aufgeklärt. Und habe dabei festgestellt: es hilft doch, dass ich noch französisch spreche 🙂

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