„Kalter Hund“ – let’s meet the devil

Wer kennt ihn nicht, den „kalten Hund“ – manche nennen ihn auch „kalte Schnauze“ – der geschichtete Keks- und Schokoladenkuchen weckt Erinnerung an erste Kindergeburtstage. Und ist Albtraum aller Mütter: Kinder mit von Schokolade verschmierten ungewaschenen Fingern. Ich habe den Kuchen geliebt, aber nie mehr selbst gebacken. Dann kam irgendwann der Geburtstag meines jüngsten Sohnes, als ich dachte: der Kuchen ist für ihn und seine Buddies genau richtig. Ich also das Online-Rezeptportal meiner Wahl hinzugezogen und flux ein Rezept rausgesucht.

 

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Eine Stunde später bin ich in die Kuchenherstellung vertieft und massiv gestresst, denn die Schokomasse vermischt sich nicht mit der Zuckermasse und irgendetwas im Teig gerinnt. Das Ei war wohl der Feind – allein ich weiß nicht, wieso… Und NEIN: das verflüssigte Palmin, das verwendet wird, war bereits abgekühlt. Also Schokomasse weg und die Zutaten in einer anderen Reihenfolge miteinander vermischt. (Zwischenzeitig habe ich sogar das ipad ausgemacht – Michel Bublé kann in einer solchen Situation ja NIEMAND ertragen.) Nochmal Palmin dazu – gerinnt wieder – so ein Rührei im Kuchen ist auch was GANZ besonderes :-)) nur lecker nicht…

Tja. Und nu? Missus Cake hat spontan genug vom „Kalten Kuchen“ und findet, dass Muffins von Dr. Oetker auch super für so einen Kindergeburtstag sind.

Nur Daniel, mein älterer Sohn, hatte Feuer gefangen und allein der Gedanke an das Verzehren des kalten Hundes trieb seine Überlegungen in den letzten Wochen zu Spitzenleistungen an. Da kommt ihm unverhofft der Geburtstag seines Freundes in die Quere, für den er zur Schule einen Kuchen mitbringen soll. „Mama, ich habe alle Kinder gefragt und jeder wünscht sich als Geburtstagkucheneinen deinen „kalten Hund“. LUSTIG 🙂

Wer berufstätig ist und Kinder hat, kennt das Problem: Für einen solchen Kuchen hat man nie Zeit, vor allem, wenn er am nächsten Tag fertig sein soll.
Na toll, denke ich. Also ich nach der Arbeit in den Supermarkt, Zutaten eingekauft und vorher mein Kinderrezept alter Tage zur kalten Schnauze mit meiner Mutter gecheckt und notiert. Zu Hause habe ich dann EINE Sunde zwischen der Fertigstellung des Kuchens und dem Beginn meiner ersten Zumbastunde der Saison.

OK, dann Versuch Nummer 3: Die leicht veränderten Zutaten aus dem Rezept meiner Mutter zusammengemischt und…… es muss gehen……BITTE…….die Masse gerinnt wieder. SCH…..
Schokomasse wieder weg. Überlegen, wieso, weshalb, warum. Es MUSS gehen – es ging damals AUCH immer – vielleicht liegt es ja auch an den Bio-Eiern, so was hatten die damals bestimmt noch nicht 😉

Versuch Nummer 4: Ich gebe meine gute Laune nicht auf. Und ich bin Missus Cake – auch wenn ich keinen Tortenbusiness mehr habe. Also gebe ich die Zutaten nochmal in geänderter Reihenfolge zusammen (mit dem Ei bespreche ich das Ganze nochmal bilateral: „Du musst auch mitarbeiten, sonst kann Teamwork nicht funktionieren) und kippe die Schoko-Palminmasse gaaaaanz vorsichtig zueinander. Und: ES FUNKTIONIERT. (danke, Du Ei!). Alle werden mich lieben :-)) Und ich bin immer noch Missus Cake! Noch 25 Minuten bis zum Zumba-Go. Ich also schnell alles geschichtet und ab den Kühlschrank. Verziert wird am nächsten Tag. Puh!

So und für alle (UND für mich, damit ich es NIE wieder vergesse) hier nochmal das ultimative Rezept aus alten Zeiten. Am Ende sind Oma’s Rezepte doch noch immer die besten 🙂

Kalter Hund

  • 1 Ei (auch der Feind genannt)
  • 150 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 60 g „echten“ Kakao
  • 150 g Palmin
  • Rum (falls keine Kinder mitessen)
  • 35 Butterkekse

Ei, Zucker und Vanillezucker miteinander gut verrühren bis eine schaumige Masse entsteht. Palmin in einem Top erhitzen und dann von der heißen Platte nehmen. Etwas abkühlen lassen. Währenddessen den Kakao vorsichtig in das Palmin rühren (NICHT den Kakao in die Zuckermasse!!!). Noch mehr abkühlen lassen. Dann die Palmin-Kakaomasse ganz vorsichtig unter die Zuckermasse rühren (nicht mit einem Mixer, sondern am besten mit einem Holzlöffel oder normalen Löffel).

Eine Kastenform mit Backpapier auskleiden. Als unterste Schicht beginnt man mit der Schokomasse, die man auf den Boden der Kastenform streicht. Darüber kommt eine Lage Butterkekse, dann wieder Schokomasse. Immer so weiter, bis man zuletzt mit einer Schokoschicht aufhört. Das Ganze am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen und am nächsten Morgen verzieren.

Je nach Größe des Kuchens lassen sich die Zutaten beliebig nach oben erweitern.

Guten Appetit!

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