Buchrezension / Karin Iden: Cronuts, Donuts & Co.

Donuts selber machen. Das ist eines der Dinge, das mir nie in den Sinn gekommen wäre. Vielleicht weil wir sie ja nun an jeder Ecke kaufen können. Außerdem erscheint mir alles, was mit Hefeteig zu tun hat, per se zu kompliziert und zu lange dauernd. Dann fand ich dieses kleine Backbuch von Karin Iden und habe meine Liebe zu selbstgemachten Donuts, Cronuts – einer Mischung von Croissants und Donuts und noch viel mehr süßem Kram zum Nachmachen entdeckt.

Der Klappentext

Cronuts machen süchtig! In New York bilden sich lange Schlangen vor der Bäckerei des Erfinders Dominique Ansel. Auf dem Schwarzmarkt werden bis zu 100 US-Dollar für diese Kreuzung aus Donut und Croissant bezahlt. Um Cronuts zu genießen, müssen Sie aber nicht nach New York fliegen, Sie können sie auch selbst backen. Mit 50 leckeren Rezepten für süße und pikante Cronuts, aber auch Donuts Croissants und Plunderteig können Sie sich jeden Tag ein neues Lieblingsteilchen gönnen. Garantiert ohne Schlangestehen.

Verlag: Südwest Verlag
Veröffentlichung: 1. Auflage 2015
Preis: 12,99
Seiten: 96
Format: Softcover

Das meine ich zum Buch

Selbst wenn ich nicht aus diesem Buch backen wollen würde, hätte mir das Buch schon alleine wegen der schönen Foodfotos gefallen. Denn die sind wirklich traumhaft schön. Auf dem Cover des Backbuchs von Karin Iden, das in einer Farbpalette irgendwo zwischen Lila und Rosa gehalten ist, entdecken wir die liebevoll gestalteten Donuts, die wir aus den Cafés und Bäckerrein kennen. Und das ist auch gut so, denn das ist wenigstens etwas, das uns bekannt vorkommt. Denn schon das Inhaltsverzeichnis wirft einige Fragezeichen auf. Da ist von Donuts und Bagels die Rede (OK, kenne ich), von Cronuts (Jetzt wird es schon komplizierter) und dann kommen Crogels (eine Mischung von Croissant und Bagel) und Bruffins (ja, eine Kombination zwischen Brioche und Muffin) dazu. Herrlich, kann ich nicht einmal aussprechen, geschweige denn, dass ich wüsste, wie ich es backen kann. Aber die Teilchen sehen so lecker aus: Das muss ich mal gemacht haben. Und neulich las ich doch auch in einem amerikanischen Liebesroman von diesen Cruffins und dass sie besser als Sex seien – da kann man doch nicht Nein sagen, oder?

Das Buch steigt im ersten Kapitel mit Donuts ein und führt uns erst einmal an die klassische Herangehensweise heran, nämlich mit Hefe. Um ehrlich zu sein: Großartig, aber Hefeteig ist wirklich nichts für Backanfänger – man braucht Geschick und Geduld. Und dann müssen sie auch noch frittiert werden… Zum Glück geht es dann aber schnell weiter mit Donuts, die aus klassischem Rührteig hergestellt werden. Die schmecken zwar anders als das Original, aber trotzdem lecker. Und dann geht es auch schön direkt in die vielen wunderschönen Variationen mit Frischkäse, Puderzucker, Schokolade oder Matcha. Und auch für die unter uns, die einem Glas Whisky nicht abgeneigt sind, gibt es ein paar schöne Rezepte.

Im weiteren Verlauf des Backbuchs werden dann Cronuts, Bagels oder Bruffins vorgestellt. Dabei greift die Autorin glücklicherweise direkt auf fertigen Croissantteig zurück – das macht die Sache doch viel einfacher. Denn im Buch stehen so viele wunderschöne Rezepte, da möchte man sich doch nicht stundenlang mit der Zubereitung des Grundteigs aufhalten. Mein Favorit im Cronut-Kapitel sind übrigens Cronuts mit Hugo-Creme. Dabei sind hier wirklich nur einige wenige Tropfen Alkohol enthalten – aber dafür schmecken die Teilchen wunderbar nach Frühling und ersten Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Im Kapitel Bagels geht es eher herzhaft weiter. Ich finde: Ein tolles Kapitel mit Ideen für das mal andere Pausenbrot oder die eigene Mittagspause. Prima an den Bagels ist, dass man sie nach der Zubereitung einfrieren und sie sich je nach Bedarf auftauen kann. So kann man das Glück, das man so etwas Leckeres gebacken hat, ein wenig in die Länge ziehen. Auf den hinteren Buchseiten findet sich praktischerweise ein Register, wo man eine schnelle und gute Übersicht der angebotenen Rezepte bekommt. Denn wir zählen hier doch schon um die 50 Rezeptideen.

Was mich wirklich gestört hat, ist, dass Karin Iden nicht mit eigenem Bild daherkommt. Stattdessen gibt es direkt am Anfang ein Foto einer jungen Frau mit lustiger Backschürze und einem Tablett Donuts. Karin Iden ist das leider nicht. Doch wüsste man es nicht, würde man zusammen mit der danebenstehenden Einleitung in die Irre geführt werden. Karin Iden aber ist mittlerweile im fortgeschrittenen Alter und hat über 80 Kochbücher herausgegeben. Ich finde: Bei jemandem mit einem so großen Erfahrungsschatz hätte man das ruhig etwas deutlicher hervorheben können. Oder ist Altwerden wirklich so schlimm? Ich bin immer wieder froh, wenn ich auf Tipps und Tricks von meiner Mutter zurückgreifen kann.

Fazit

Ein wirklich schönes kleines Backbuch, bei dem das Preisleistungsverhältnis in einem angemessenen Rahmen steht, es tolle Foodfotografien enthält und wirklich Lust macht, ein wenig amerikanische Trends zu schnuppern.

 

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