Back to Switzerland – wenn die große Liebe bleibt

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Tag 2 unseres Sommerurlaubs Richtung Frankreich mit einem Zwischenstopp am Genfer See, unserem früheren zu Hause – ich befürchte, dass wird ein emotional anstrengender Tag…

Heute geht es nach Les Carroz in die französischen Alpen und ins Mont Blanc Massiv. Ein kleines Holzchalet wartet dort auf uns – und mir fällt wieder einmal ein, wie dankbar wir sein müssen, dass einige Freunde Ferienhäuser in recht einzigartigen Location haben, und wir dort vor allem einfach so bleiben dürfen.

Der Morgen in der Baseler Jugendherberge beginnt mit strahlendem Sonnenschein (Okay…..hab’s verstanden, die Temperaturen haben noch einigen Spielraum nach oben….)

Kurzer Check für die Autofahrt:

Ipad mit Bluetooth verbunden? Check!
Getränke? Check!
Kuscheltiere nicht im Jugendherbergs-Bett vergessen? Check!
Vier Ladekabel für iPod, iPad, altes und neues iPhone gepackt? Check!
Diensthandy? Check! (Scherz, ich habe es tatsächlich nicht mitgenommen, allerdings mit einer kleinen Randbemerkung meines Mannes: „kriegst du echt keinen Ärger, wenn du es nicht mitnimmst?“
Bücher für die Kinder: im Auto unnötig, aber auch Check!
Mini-TV aufgeladen? ……….. Autsch…… Na egal…..

Zwei Stunden also dann in gemütlichem Schweizer Tempo über die Autobahn (gähn……) und unzählige Songs aus den 80er, 90er und 2014er Jahren…..Und dann irgendwann taucht der Genfer See zu unserer Linken auf , die Sonne strahlt über ihm, die Weinberge stehen wie immer im satten Grün…. Und nur der Mont Blac versteckt sich wir so oft hinter den Wolken.

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Es ist irgendwie, wie nach Hause zu kommen. Immerhin: vier Jahren haben wir hier in der Region Vaud gelebt, dem zu Hause von Michael Schumacher, der mir damals mal beim joggen über den Weg lief, Phil Collins, der ein Dorf unter uns wohnte, aber vor allem dem zu Hause vieler Freund, die uns sehr ans Herz gewachsen sind und wir viel zu selten sehen.

Wir fahren von der Autobahn ab, und dann schlängelt sich der Weg steil hoch, an den Ortschaften Gland und Beginns vorbei, Weinreben links und rechts. Und es scheint, als wäre hier die Zeit stehen geblieben, so wenig hat sich verändert. Unser Haus, wo wir viele tolle Jahre hatten, steht dort wir eh und je. Und unsere lieben Nachbarn, die wir nur alle paar Jahr sehen, warten auf uns, als wäre es gestern gewesen. Und wir setzen die Gespräche dort fort, wo wir beim letzten Mal aufgehört hatten.

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Und dann geht es nach einigen Stunden wieder weiter und wir sagen erneut Ade! Und bis zum nächsten Mal, vielleicht in Melsungen?

Was bleibt im Nachklapp an die Zeit in der Schweiz: ein atemberaubendes Land, wo wir lebten während andere viel Geld zahlten, um Urlaub zu machen. Die Chance für unsere Kinder, schon früh in ihrem Leben Internationalität kennenzulernen und eine weitere fremde Sprache, ein recht exklusives Leben zu führen. Aber am Ende sind es eben doch andere Werte, die mehr zählen als all das: eine gute Work-Life-Balance, die wir dort niemals fanden. Eltern und Familie, die einen unterstützen können und nicht zu weit weg sind, und etwas, das sich wir Heimat anfühlt, und das sich dort zumindest bei mir nie einstellte. Trotzdem: es ist ein gutes Gefühl zurückzukehren und wer weiß: man sieht sich immer zweimal im Leben….

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